Der US-Dollar ist enorm unter Druck geraten. Nicht nur gegenüber dem Euro, der laufend im Wert gegenüber dem US-Dollar gestiegen ist und derzeit einen Kurswert von 1,54 US-Dollar hat, sondern auch gegenüber dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen. Dieses aktuelle Kursverhältnis „schützt“ uns noch ein wenig beim Preis für Heizöl, Benzin- und Dieselkraftstoffe, obwohl wir alle schon unter den Lasten der fast wöchentlich erfolgten Preissteigerungen – ganz besonders betroffen sind die Haushalte und die Pendler – stöhnen. Und „unser“ VP-Finanzminister verdient sich eine goldene Nase dabei aufgrund der mehr als saftigen prozentuellen Steuerlast auf Benzin- und Dieselkraftstoffe in Österreich.
Der Grund der Dollarschwäche ist sicher insbesondere in der Rolle der US-Außenpolitik zu suchen. Massive „Interventionen“ und kriegerisches Eingreifen im Irak und in Afghanistan etwa schwächen diese Währung. Denn die horrenden Militärausgaben werden dem Anschein nach über das Anwerfen der US-Notenbankpresse „finanziert“. Dass dem so ist, „liest“ man aus dem Rechenschaftsbericht der USA heraus, der keine Angabe enthält, wie viel Dollar überhaupt weltweit im Umlauf sind. Und von der Golddeckung des US-Dollars ist keine Spur mehr zu erkennen.
Eine große Gefahr für den US-Dollar kommt aus China. China verfügt über unvorstellbare 1.300 Milliarden US-Dollar an Währungsreserven. Sollte China auch nur einen Teil dieses Geldes – wie schon angedacht -in andere „sichere“ Währungen umtauschen, würde der US-Dollar ins Bodenlose sinken.
Dass die Nerven auch in Europas Wechselstuben blank liegen, darauf verweist nachfolgender Artikel der „Presse“, aus dem hervorgeht, dass die Wechselstuben im niederländischen Amsterdam keine Dollars mehr wechseln. Zu groß waren dem Anschein nach die zuvor „eingehandelten“ Kursverluste.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/371698/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
Dennoch hat der Euro noch einen schwierigen Weg weltweit vor sich, solange nämlich wichtige Waren, wie etwa Rohöl, weltweit in Dollar fakturiert werden. Denn die FED schaffte mit der „Dollarfakturierung“ eine große konstante Abhängigkeit der Weltwirtschaft, vor allem der OPEC – Staaten. Mit Eröffnung einer dritten US-Dollar unabhängigen Ölbörse, nämlich der IOB im Iran – neben London und New York - wird vor allem für die Europäer, für die durch die Euro-Bindung Transaktionskosten wegfallen würden, aber auch für Indien, China und Japan ein interessanter neuer Handelsplatz im Iran entstehen.
Faktum ist, dass sich der Euro immer stärker und besser global als direkte Konkurrenz zur vormaligen alleinigen Leitwährung US-Dollar positioniert, und auch für viele Anleger weltweit eine immer interessantere Alternative darstellt. Das bringt uns günstige Importpreise und fordert andererseits unsere Exporteure enorm, um sich immer besser als ihre Konkurrenz auf den Märkten außerhalb der EU zu positionieren. Denn ansonsten haben diese aufgrund des relativen Aufwertungsdrucks des Euros zum US-Dollar, etwa am wichtigen US-amerikanischen Handelsplatz, keine guten Karten, um neue Aufträge zu erhalten. Dieses Ziel, nämlich in der Forschung, in der Produktion, in der Logistik, im Service bis hin zur Werbung überall „vorne“ zu sein, ist sehr schwierig zu erreichen und fordert täglich die heimischen Exporteure, um besser zu werden.
Und auch in anderen Bereichen der Volkswirtschaft haben wir genügend Sorgen wegen struktureller Schwächen im Bereich der Bevölkerungsentwicklung sowie dem Erhalt und der Finanzierbarkeit des Ausbaus des Sozialwesens, etwa im Bereich der Altenpflege und einer proaktiven Familienpolitik.
Verstecken wir also nicht unser Gesicht unter dem Kopfkissen, wenn es gilt, soziale und wirtschaftliche Probleme zu lösen. Seien wir interessiert, kreativ, selbstbewusst und auch innerlich bereit unser Schicksal selbstbestimmt in die Hand zu nehmen
meint
Ihr
Gerhard Mariacher