Doch der Energieverbrauch wird auch bei weiteren Erfolgen beim Energiesparen ansteigen. Warum? Nun, z.B. durch die E-getriebenen Verlockungen der Konsumgüterindustrie, denen viele BürgerInnen nicht "widerstehen können", sowie durch den prognostizierten Energiebedarf der E-Mobility, die gerade erst in den Kinderschuhen steckt. Dieser daraus erwachsene vermehrte Energiebedarf sollte umso mehr Anlass zur Initiative sein. Außer „Polit-BlaBla“ ist regierungsseitig nichts von ernster Relevanz erkennbar, und dem künftig ganz sicher noch jahrelange weiter ansteigendem Strombedarf steht in Graz politisch das „blanke umfassende NICHTS“ gegenüber. Glücklicherweise gibt es rührige & zukunftsorientierte Unternehmen in Graz, denn sonst wäre Graz ein „Wüste“.
Herr M. unterschätzt meines Erachtens in seiner Rührigkeit leider u.a. auch den zugehörigen Investitionsbedarf sowie den Supportbedarf, der insbesondere die Möglichkeiten der wirtschaftlich Kleineren & Kleinen in unserer Stadt ganz klar übersteigt, ebenso wie deren Möglichkeit den Investitionsbedarf via Krediten fremd zu finanzieren. Letzteres ist bereits durch die jüngsten Entwicklungen am Finanzmarkt fast komplett unmöglich geworden, was z.B. anstatt abstrusem Geldverbrennen in entbehrlichen Bereichen der Stadt Graz eine steuernde Unterstützung - z.B. via Garantien - in als dringend und wichtig erkannten Bereichen erfordert. Dem gegenüber gehörten im gewerblichen Bereich die Energiesparpotentiale via Contracting ungleich besser & zielgerichteter organisiert.
Zum Thema „Contracting“ äußerte ich mich als einziger Gemeinderat im Rahmen meiner Generalrede zum Budget 2012:
• „Exemplarische Betrachtung 10 – via Contracting Verbesserungen finanzieren:
"Damit verbunden ist natürlich klar, dass die Stadt Graz eine völlig andere Form der Partizipation von Bürgern braucht. Die Missachtung bis teilweise Verhöhnung von Bürgerinitiativen ist ebenso wenig eine „Empfehlung“ wie die Einrichtung eines völlig ineffizienten Bürgerbeirates, der nur die Aufgabe hat Bürgeranliegen abzufedern, die sodann führende Politiker der Stadt Graz versanden lassen. Hier muss ein völliger Paradigmenwechsel in der Stadt Graz – sowohl seitens der Politik als auch der Verwaltung - her, der die Bürgerinnen und Bürger wieder ernst nimmt.
Aber, und hier finde ich genauso wenig im Grazer Budget, das gesamte Thema der thermischen Sanierung, die vor allem für die ökonomisch Kleinen & Kleinsten schlichtweg nicht zu finanzieren ist, aus Eigenmitteln nicht und auch via Kredite. Hier könnte mit wenig Aufwand die Stadt Graz einen hochmultiplikativen Impact dadurch erzielen, dass sie dieses Risiko über eine Form des Contracting abwickelt, d.h. die Betreffenden zahlen ein paar weitere Jahre die ident wie dato gegebenen Verbrauchskostenbeträge, und haben von Beginn weg ein massiv besseren Mikroklima im Wohnbereich, und nach Rückführung der Investition aus der Differenz der sodann ja massiv niedrigeren Verbrauchskosten lukrieren damit alle Nutzen. Die Stadt Graz eine massive Verbesserung der Umwelt, alle eine Minderung der Energieverbrauche, und nicht zuletzt ein Anschub für das Baugewerbe. Im Wesentlichen benötigt man dafür ein wenig Esprit, ein wenig Organisation und natürlich die Absicht es zu tun. Aber auch hierzu eine große NULL im Budget.“
Zu meinem Vorschlag „Energie-Contracting samt Anschub-Support seitens der Stadt Graz“ offensiv zu betreiben sind allen voran die „sogenannten GRÜNinnen“ absolut gänzlich außen vor geblieben und auch die ÖVP und die anderen haben sich hierbei durch „Wegschauen x Ignoranz“ „geoutet“. Betreff einer Energiesammelstudie habe ich ebenfalls letztes Jahr versucht zu urgieren, aber so es nicht ein paar mit dem Wirtschaftsbund verklammerten Betrieben zu Gute kommt, oder sich als GRÜN-PR-Aufmacher nutzen lässt, sind solche Themen im Grazer Rathaus „außen vor“.
Und nicht zuletzt: Die Themen „nachhaltige Energieproduktion“ und „Nutzung nachhaltiger wirtschaftliche Energieeinsparpotentiale“ wären zweifelsohne interessante Möglichkeiten für Grazerinnen & Grazer, die investieren wollen und dies auch können, sofern diesen eben Konditionen & Einschaurechte eingeräumt werden, die sie nicht schlechter stellen als jene Banken, über die sich bis zuletzt die Stadt Graz „exklusiv“ fremd finanziert hat. Dass das mittels der von mir vorgeschlagenen „Bürgeranleihe“ in sinnvoller Weise „real“ möglich ist, zeigen Bespiele aus den späten 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen zum Nutzen der Stadt Graz und der mit Graz verbundenen Investoren Bürgeranleihen der Stadt Graz erfolgreich platziert wurden. Aber ganz klar, für eine „Loch-auf Loch zu“ Budgetpolitik wie bis dato in der Stadt Graz üblich, wird man Bürgerinnen und Bürger – anders als bei Bankern, die das ja nicht mit deren eigenen Geld machen - niemanden ernsthaft bewegen können.
In diesem Sinn sehe ich gespannt & interessiert allfälligen Weiterungen entgegen, ob sich nun endlich jemand traut, neben mir ebenfalls Initiativen zu einer dieser angeschnittenen Themen im kommenden oder halt im übernächsten Gemeinderat oder alternativ meinetwegen nur „intim“ in dem der Öffentlichkeit gänzlich verschlossenen Stadtsenat zu setzen. Es kann ja nur besser werden, meine ich!
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Mariacher
